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Merkmale?
Wie unterscheidet man Hochbegabung von ADS?
Oder:
Wie stellt man fest, ob nicht Beides vorliegt?

Aus: Leben mit hochbegabten Kindern -
Deutsche Gesellschaft für das Hochbegabte Kind e.V.
Berlin 1997
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Bei der Überprüfung und Einschätzung der Verhaltensweisen ist es unbedingt
erforderlich, auf die "feinen" Disnuancen der typischen Verhaltensweisen
einzugehen. Die Unterschiede zwischen den Merkmalen, die mit Hochbegabung
in Zusammenhang gebracht werden, aber ebenso Merkmale für ein ADS darstellen
können, sind nicht leicht zu finden, wie folgende Gegenüberstellung zeigt:
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Merkmale
in Verbindung mit ADS (Barkley, 1990)
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Merkmale
in Verbindung mit Hochbegabung (Webb, 1993)
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Schecht aufrecht zu erhaltende Aufmerksamkeit in fast jeder Situation
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Schlechte
Aufmerksamkeit, Langeweile, Träumerei in speziellen Situationen
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Verringerte
Ausdauer bei fast allen Aufgaben (steht nicht in direktem
Zusammenhang)
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Geringe
Aufmerksamkeit bei Aufgaben, die unwesentlich erscheinen
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Regeln
oder Vorschriften können nur schlecht befolgt werden
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Regeln,
Bräuche und Traditionen werden hinterfragt
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Beeinträchtigte
Befolgung von Anweisungen (Kommandos) zum Regulieren oder Hemmen
des Verhaltens in sozialen Zusammenhängen
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Nichtbefolgen
von Anweisungen (weil sie z. B. unlogisch erscheinen); dies kann
zu Machtkämpfen mit "Respektpersonen" führen
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Ruhelos;
wesentlich höherer Aktivitätslevel als bei normalen Kindern
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Hoher
Aktivitätslevel, kommt oft mit wenig Schlaf aus
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Man
muß bei der Unterscheidung die jeweilige Situation oder Umgebung berücksichtigen!
Es ist wichtig die Umstände genau zu überprüfen, in denen das Verhalten
des Kindes problematisch ist.
(Vor Überprüfung der schwierigen Situation sollte man generell andere
Faktoren zum Vorschein bringen, die problematisches Verhalten veranlassen
können -> Ausschlussdiagnosen).
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Kinder
mit ADS zeigen typischerweise die problematischen Verhaltensweisen
in praktisch jeder Situation, einschließlich zu Hause, in
der Freizeit und in der Schule, obwohl das Ausmaß ihres problematischen
Verhaltens von Umgebung zu Umgebung bedeutend schwanken kann.
D. h., die Merkmale existieren, zumindest latent, in jeder Situation
(auch wenn das Kind z. B. das Schulfach interessiert), aber sie
sind in einigen Situationen mehr ein Problem als in anderen.
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Bezeichnenderweise
zeigen hochbegabte Kinder dagegen eben nicht in jeder Situation
Probleme, z. B. kann das Kind von dem einen Lehrer (dessen Fach
es nicht interessiert) als ADS-Kind gesehen werden, von einem anderen
dagegen nicht, weil es den Unterrichtsstoff gerne macht.
Oder die Kinder werden in der Schule als ADS-Kind eingestuft, jedoch
nicht so vom Übungsleiter im Sportverein oder dem Klavierlehrer.
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Was
ist denn nun, wenn ich nicht zwischen dem einen oder anderen unterscheiden
kann?
Tja, hier liegt wohl das größte Problem in der Diagnostik
überhaupt. Der Arzt/Psychologe kennt das Kind nur in der 1:1 Situation.
Er kann also erstmal überhaupt nicht unterscheiden.
Deshalb ist es wichtig, das Kind sowohl auf Hochbegabung als auch auf
ADS zu testen.
Tut man dies nicht, rennt man leicht in die völlig falsche Richtung
bzgl. der Behandlung und nachfolgender Therapien bzw. Maßnahmen.
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